Lipödem, Adipositas und neue Wege: Ein informativer Austausch mit Abdulellah Niyaz

Wir durften vor kurzem Abdulellah Niyaz, Oberarzt im Klinikum Neuwerk – Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie bei uns begrüßen. Er hat uns mit einem spannenden und sehr fundierten Vortrag durch das komplexe Thema „Lipödem, Adipositas und neue Wege“ geführt.
Es ist uns als Gruppe „Lily-Leben Viersen“ ein Herzensanliegen, Licht in den Dschungel der Informationen zu bringen, denn wir wissen: Viele von euch kennen jahrelange Fehldiagnosen, Schuldgefühle und die frustrierende Achterbahnfahrt der Diäten.
Adipositas ist eine chronische Erkrankung
Dr. Niyaz betonte zu Beginn eines ganz wichtig: Adipositas (ab einem BMI über 30) ist eine chronische Krankheit – keine Charakterschwäche. Deshalb ist eine Diät, die immer nur zeitlich begrenzt ist, der falsche Weg. Was wir brauchen, ist eine nachhaltige Änderung des Lebensstils.
Obwohl Lipödem und Adipositas zwei verschiedene Paar Schuhe sind, beeinflussen sie sich stark. Im Lipödem-Gewebe findet ein ständiger Kampf gegen entzündliche Prozesse statt. Es gibt kein „Zaubermittel“, aber es gibt verschiedene Bausteine, die – auf einem gesunden Fundament aufgebaut – helfen können.
Neue Perspektiven durch GLP-1 Medikamente
Ein großes Thema waren die sogenannten „Abnehmspritzen“. Sie wirken, indem sie verschiedene körpereigene Faktoren triggern: Sie verbessern die Sättigung im Gehirn, helfen bei der Blutzuckerregulierung und verlangsamen die Magenentleerung.
Das Wichtigste für euch zusammengefasst:
- Keine Kassenleistung: Für Diabetes-Patienten werden sie übernommen, bei Adipositas sind sie eine Selbstzahlerleistung.
- Nebenwirkungen: Sie sind meist auf den Verdauungstrakt beschränkt und lassen nach 1-2 Wochen oft nach. Viele Teilnehmerinnen berichten zudem, dass der „Kopf endlich still“ ist – das ständige Verlangen zu essen lässt nach.
- Wichtiger Hinweis: Eine solche Therapie muss immer ärztlich begleitet werden. Ein umfangreicher Laborstatus vorab ist Pflicht! Und ganz wichtig: Nach einer Abnahme sollte das Medikament nicht einfach abgesetzt werden, da sonst der Jojo-Effekt droht.
Wenn die Chirurgie eine Option ist
Bei einem sehr hohen BMI (oft ab 40) kann eine bariatrische Operation (z.B. Schlauchmagen oder Magen-Bypass) die erste Wahl sein. Eine solche OP führt zu einer hormonellen Optimierung, die mit einer Spritze allein kaum zu erreichen ist.
Aber Achtung: Eine OP ist kein Selbstläufer. Sie erfordert vorherige Programme (Ernährungsprotokolle, Gespräche mit Ökotrophologen etc.) und danach die lebenslange Einnahme von hochwertigen Supplementen (Vitamine, Mineralstoffe).
Kann man das Lipödem dadurch heilen?
Die ehrliche Antwort von Herrn Niyaz war: Nein, das Lipödem lässt sich durch diese Eingriffe nicht vollständig heilen. Aber: Eine deutliche Linderung ist möglich! Die Gewichtsreduktion (ob durch OP oder Medikamente) vor einer Liposuktion ist oft absolut sinnvoll, da sie das Operationsrisiko senkt und die Mobilität sowie das funktionelle Ergebnis verbessert.
Unser Fazit für euch
Ihr seid nicht allein mit euren Fragen und Ängsten. Das Adipositaszentrum unter der Leitung von Herrn Niyaz bietet hier eine tolle interdisziplinäre Begleitung an – vom Internisten bis zum Psychologen.
Wer mehr erfahren möchte oder eine individuelle Beratung sucht: Termine bei Herrn Niyaz im Adipositaszentrum können bequem über Doctolib vereinbart werden.
Lasst uns gemeinsam weiter nach vorne schauen. Wir als „Lily-Leben Viersen“ sind stolz darauf, dass wir uns so offen über diese Themen austauschen können. Bleibt stark und passt gut auf euch auf!
Sina & Christiane
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bitte sprecht bei medizinischen Fragen immer mit eurem behandelnden Arzt.

